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ATS startet erstmalig Umschulung zum IHK-geprüften Fachlagerist

„Wir sind einander nah durch die Natur, aber sehr entfernt durch die Bildung“. Konfuzius (551-479 v. Chr.)

Neu-Isenburg, den 09.12.2014

Die ATS Aviation-Training-Solutions GmbH hat am 03.11.2014 mit 17 engagierten, jungen Menschen in Zusammenarbeit aus Agentur für Arbeit, Ausbildungsbetrieb, IHK Offenbach und Bildungsträger die Umschulung  zum Fachlagerist  begonnen.

„Wir sind sehr stolz über das neue Projekt und damit verbundene Vertrauen der Bundesagentur  für Arbeit in unsere Ausbildungsleistung und Integrität.“, so Geschäftsführerin Yvonne Nüchter. „Am Frankfurter Flughafen sind wir der erste Bildungsträger, der das Spätstarterprogramm in dieser Form realisiert.“ Das „Spätstarter-Programm“ richtet sich an Menschen über 25 Jahre, die über keinen anerkannten Abschluss verfügen.

Das Schulungsprogramm ist auf 16 Monate konzipiert; in dieser Zeit erhalten die Kursteilnehmer fundierte Kenntnisse der Lagerlogistik und werden so intensiv in Anlehnung an den Rahmenlehrstoffplan für die Abschlussprüfung vor der IHK vorbereitet. Im Anschluss an die Umschulung warten auf die Absolventen durchaus aussichtsreiche Karriereperspektiven in der Logistikbranche. Durch den Ausbau des Frankfurter Flughafens entstehen viele neue Arbeitsplätze und bereits jetzt ist der Bedarf nach qualifiziertem Personal enorm.

„Mit dieser Umschulung wirken wir nicht nur dem Fachkräftemangel im Allgemeinen entgegen, sondern verbessern die berufliche Situation von 17 jungen Menschen, die  in der Vergangenheit immer wieder von Arbeitslosigkeit bedroht waren und die angespannte Situation im Helfer-Markt konsequent spüren mussten“, so Nüchter. Auf die Frage, was denn die Gründe für die Entscheidung zur Umschulung als „Fachlagerist“ wären, bestätigt auch einer unserer Umschüler: „Ich erhoffe mir durch die Qualifikation zum IHK-geprüften Fachlageristen nicht mehr als Hilfskraft arbeiten zu müssen und anständiges Geld zu verdienen.“

Auch die finanzielle Situation der Umschüler ist während der gesamten Ausbildungszeit gesichert. „Viele Menschen ohne anerkannten Abschluss entscheiden sich oft gegen eine Ausbildung oder Umschulung, da Ihnen die reine Ausbildungsvergütung zur Sicherung des Lebensstandards nicht ausreicht. Die Bundesagentur für Arbeit zielt mit Ihrem Programm genau hierauf ab und zahlt für die gesamte Umschulungsdauer das Arbeitslosengeld weiter; zudem hat sich der Ausbildungsbetrieb Wisskirchen dazu entschlossen, allen 17 Kandidaten zusätzlich eine Ausbildungsvergütung zu zahlen“, erklärt die Geschäftsführerin und einer unserer Kursteilnehmer bestätigt: „Durch die gute Ausbildungsvergütung können wir uns nun voll und ganz auf die Umschulung konzentrieren, ohne Angst zu haben, dass das Geld nicht reicht.“

Die ersten Wochen hätten viel Spaß gemacht, die Lerninhalte wären sehr interessant und man sei gespannt auf den praktischen Teil, erfahren wir von unseren engagierten Spätstartern. „Wir haben ein tolles Klassenklima und einen echten Zusammenhalt. Die Umschüler unterstützen sich gegenseitig, haben bereits einen Klassensprecher gewählt und sich große Ziele für ihre berufliche Zukunft gesetzt“, so Projektleiter Matthias Gungl. „Als Betreuer dieses Pilotprojektes sehe ich einen großen Teil meiner Arbeit auch darin, jeden Einzelnen in seinen Zielen und Wünschen zu bestärken, Durchhaltevermögen zu trainieren, gegenseitiges Bewusstsein für einander zu wecken und auch mit Frustration proaktiv umzugehen.

Wie gut die Klasse miteinander harmoniert, zeigt sich z.B. daran, dass die Gruppe selbst Teams für ihren praktischen Einsatz im Schichtbetrieb gebildet hat. „Im Endeffekt ist jetzt jeder mit dem Schichtplan zufrieden und wir sind gespannt auf die Arbeit bei Wisskirchen“, freut sich einer der Umschüler. „Konkrete Verbesserungsvorschläge habe ich auch noch nicht, aber wir haben im Unterricht immer die Möglichkeit, spontane Vorschläge zu machen, die, wenn möglich, auch in die Tat umgesetzt werden. “

Man darf also gespannt sein, wie sich die Kursteilnehmer in den kommenden Monaten weiterentwickeln. Fürs Erste bleibt aber festzuhalten: Das Pilotprojekt „Spätstarter“ ist ein voller Erfolg. Unserer hoch motivierten und zielstrebigen Klasse wünschen wir ein gutes Schuljahr und freuen uns auf eine partnerschaftliche Kooperation mit Wisskirchen und der Bundesagentur.

 

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(Bilder: ATS stellt sich gemeinsam mit Ausbildungsbetrieb Wisskirchen und Bundesagentur für Arbeit bei den Bewerbern vor; Bild aus dem Klassenzimmer )