Die Klänge des Songs von Andreas Bourani hallen durch die Räumlichkeiten von ATS in der Schleussnerstraße in Neu-Isenburg. Glückliche Teilnehmer liegen sich in den Armen, singen die Zeilen immer wieder mit, ein Glas Sekt oder Bier in den Händen, feiern ausgelassen. Viele der Augen sind feucht; in ihnen sieht man einen Ausdruck von Erleichterung, Glück und vor allem Stolz. Kein anderes Lied würde besser passen zu ihrer Geschichte der letzten 16 Monate; einer Zeit voller Höhen und Tiefen, harter Arbeit in Theorie und Praxis – Hand in Hand mit Klassenlehrer und Projektleiter – nicht nur jetzt beim Feiern.

Zuvor am Vormittag des 27. Januars 2016 hatten die 13 Teilnehmer des Pilotkurses der Umschulung zum Fachlageristen im Wege des Spätstarter-Programms der Agentur für Arbeit Frankfurt mit der praktischen Prüfung den letzten Teil der IHK Abschlussprüfung abgelegt.

„Ich wusste, dass jeder Einzelne das Zeug dazu hat, die Prüfung zu bestehen, aber in meinen kühnsten Träumen hätte ich nicht mit diesem großartigen Ergebnis gerechnet“ sagt Ausbilder und Klassenlehrer Markus Krietenstein, „obwohl sich das Prüfungsergebnis schon in der gesamten Vorbereitung genauso abgezeichnet hatte.“ 12 der 13 Kandidaten haben die Prüfung bestanden und dürfen sich ab heute Fachlagerist nennen. Ein „Spätstarter“ muss lediglich im Mai die erste der drei schriftlichen Klausuren nachholen, da hierfür seine Deutschkenntnisse noch nicht ausgereicht hatten. Dass auch er diese letzte Hürde meistern wird, daran zweifelt Krietenstein jedoch nicht, insbesondere aus dem Grund, dass genau er die beste aller praktischen Prüfungen abgelegt hatte.

„Wir haben von Anfang an größten Wert darauf gelegt, uns mit der Gruppe als Team zu verstehen und als Team aufzutreten“ sagt Projektleiter Matthias Gungl. „Diese Herangehensweise, geprägt von gegenseitigem Respekt und Vertrauen, Offenheit und Ehrlichkeit hat sich heute ausgezahlt. Wir haben an jeden Einzelnen geglaubt, was dazu geführt hat, dass jeder auch wieder an sich selbst geglaubt hat. Das Schönste an diesem Tag ist für mich jedoch nicht das Ergebnis, sondern die Gewissheit, dass alle über den Lernstoff hinaus, mehr für ihre Zukunft mitnehmen werden als das Zertifikat der IHK.“

Und dann hört man sie wieder – die tiefen Stimmen: „Ein Hoch auf uns…“

Ein Hoch auf Euch!